BAD DOC

29.03.2018

Nicht alle, aber viele Druffis frickeln immer an der Dosis herum. Mal hungert man sich ein paar mg runter, dann geht es wieder hoch, dann wieder Entgiftung, wieder runter, wieder hoch. Wieso ist das so? Die Leute haben wie ich auch 10, 20,... Jahre Opiat-Sucht auf dem Buckel. Irgendwann muss doch mal der Groschen fallen, dass man einsieht das man Morphinist ist und das auch so bleiben wird. Die Konsequenz: man lässt sich auf eine Dosis einstellen mit der man soweit klar kommt und lebt mit eben dieser Dosis. Klar mehr kann es immer sein. Aber man kennt ja das Spiel. Wenn man höher geht ist es wieder für ein paar Tage oder Wochen wunderbar. Dann hat sich der Körper an die Dosis gewöhnt, Toleranz stellt sich ein und man braucht wieder mehr um den 24 Stunden Glückszustand halten zu können. So kann man dann in die absurdesten Dosen kommen. Mal ganz davon ab ob die Substiärzte das überhaupt mitmachen würden. Die Strukturen hier sind eben so wie sie sind. Persönlich bin ich auf einer Dosis bei der ich 4-5 Stunden nach Einnahme eine echt schöne Zeit habe. Tolle Euphorie. Gehen wie auf Watte. Innere Kraft. Die restliche Zeit des Tages ist ok. Gegen Abend nimmt die Kraftlosigkeit zu. Morgens bin ich leicht entzügig, und ich fiebere der Substi-Einnahme sehr entgegen. Morgens ist es nicht so krass entzügig wie vor der Substi, aber ja,...man merkt halt einfach dass es jetzt Zeit wird. Das akzeptiere ich eben als Teil der Substitution. Ich weiss ja, dass man den Entzug mit einer Erhöhung der Dosis nur zeitlich begrenzt abschalten kann - Tja so ist das halt.

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26.03.2018

Die letzten Tage und Wochen sind wieder so viel stabiler gewesen. Kein Vergleich mit dem letzten Blogartikel. Bin derzeit gefühlt ganz zufrieden mit der Situation. Allerdings gerade ziemlich müde, somit schreibe ich demnächst etwas mehr von den erlebten Eindrücken.

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08.03.2018

Ich brauch keinen Whisky und kein Kokain - aber geiler wärs schon als in der Gosse zu liegen. Die letzten Wochen waren so scheisse. Es ist so wie immer... viele Faktoren entscheiden darüber ob das Substi den Tag über ausreicht, oder eben nicht. Immer das selbe Muster. Nach dem Abschlucken dauerte es viel zu lange mit der Metabolisierung, also bis der Stoff endlich die Blut-Hirn-Schranke überwunden hat und sich im Blutkreislauf ausbreiten kann. Und dann natürlich wie kurz oder lange es dauert bis der Opiat Spiegel beginnt wieder abzusinken. Vor allem morgens wars scheisse. Eine Kältewelle nach der anderen schüttelt mich durch. Aber so heftig. Wie wenn zig so ganz grelle Blitze durch den Körper fegen. Dann wieder Hitzewallungen. Der Schleim rinnt aus der Nase den man nicht stoppen kann. Und dann diese Kraftlosigkeit. Alle Reize sind zuviel. Sonnenschein. Ach scheisse. Ich habe die aller-dunkelste Sonnenbrille auf. Die Augen sind komplett abgedeckt. Auch an den Seiten. So dass keinen Spalt zusätzliches Licht einfällt. Bei jedem Wetter. Und trotzdem ist alles zu grell. Jedes Geräusch kracht so dermaßen über einen herein. Und dann dieser Kreislauf Schwindel. Alle 100 Meter muss ich stehen bleiben. Sonst hauts mich um. An einem Baum festhalten. An einem Mäuerchen. An einer Ampel hilft dann. Trotz ganz massiver Entschleunigung und ganz langsamen Schritten und den Blick so stur auf den Boden gerichtet. Scheisse. Ich habe nichtmal die Kraft nach links oder rechts zu schauen wenn ich eine befahrene Straße überquere. Fuck echt ey. Und wenn man die anderen Druffis sieht wie sie brennen und dicht sind. So dicht dass sie im Stehen einpennen. Beikonsum ohne Ende. Und ich führe einen inneren Kampf.... Jeden verschissenen Tag aufs Neue lasse ich meinen eisernen Willen gegen den Suchtdruck anrennen. Wie zwei Steinböcke clashen die Geweihe gegeneinander - ohne Sieger. Ich könnts mir auch schön machen. Am Geld liegts nicht. Natürlich werde ich angesprochen, aber noch kann ich dem Druck standhalten. Wenn man wenigstens Konstanz hätte. So dass es jeden Tag gleich wäre. Ich brauch keine Kicks und Highs mehr. Einfach normal fühlen. Das wärs. Aber es sind so viele Faktoren die das Substitut im Körper krass beeinflussen. Psychologische. Klimatologische. Medizinische. Kulturelle und Soziale. Biologische. Psychiatrische. Es geht nicht mit - aber ohne gehts halt auch nicht mehr. Jetzt sind es seit gestern wieder Tage wo es etwas besser geht. Etwas. Ich hoffe auf eine Sequenz. Eine Phase von vielleicht Tagen. Vielleicht Wochen. Ich sehe so aschfahl aus. Mir fehlt sogar die Kraft das Croissant für die Tschiepsies in Stücke zu brechen. Es geht dann, aber ich bin klatschnass vom Croissant zerkleinern. wtf!

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