BAD DOC

19.04.2018

Die Vorbereitung für eine Junkiesession ist sehr intensiv. Man muss darauf achten, dass sämtliche Utensilien steril sind, so dass eine Infektion mit Hepatitis C oder HIV komplett ausgeschlossen werden kann. Man muss sich Gedanken darüber machen, wie hoch eine Einzeldosis ist und wo der Risikobereich anfängt. Das muss alles diskutiert werden, quasi zwischen Tür und Angel, weil die anderen Druffis davon ja nichts mitbekommen sollen. Es soll ja eine Sache zwischen mir und des auserwählten Profis bleiben. Und da Druffis und Substis kaum Zeit haben, ist es ein relativ langwieriger Prozess um das alles zu klären. Nunja, jetzt steht alles. Ich habe mir eine Person ausgesucht, welche auf mich seriös wirkt, Knasterfahrung hat fast jeder dort: Ein Mann ohne Knast ist wie ein Baum ohne Ast! Dass was ihn für mich interessant macht ist, dass er seit 30 Jahren spritzt und das Wichtigste ist, dass er sich mit den mir rezeptierten pharmazeutischen Opiaten (welche ich bekommen habe) auskennt. Die meisten Druffis kennen sich halt mit dem Straßendreck aus welcher den Namen Heroin niemals verdient haben sollte, weil es alles mögliche ist, aber zu oft kein Diamorphin (Heroin) enthält. Und hier hat man dann wirklich reinen Stoff vor sich liegen. Wie macht man daraus eine spritzbare Lösung? Muss man den Sud filtern oder kann man es sich so in die Venen jagen? Das sind alles so Fragen. Ich bekam das sogenannte "H der Reichen" verschrieben. Wirklich phantastischen Stoff gegen absurden Schmerz. Ich werde die Junksession auf ein einmaliges Erlebnis begrenzen. Danach sind die restlichen Tabletten weg, so dass es keine Möglichkeit nach einer Wiederholung gibt. Und den Straßendreck kann ich mir eh nicht fixen lassen. Und selbst? Ohje... ich kann mir selbst gar nichts spritzen. Da habe ich zuviel Respekt und Angst in mir. Ich benötige jemand der mir den Arm abbindet, und den Stoff reinfixxxt.

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17.04.2018

Ein Gspritzter! Dazu braucht es Mut und Respekt vor der Substanz. Und ja, man benötigt natürlich dann den möglichst reinen Stoff. Ich hatte noch Tabletten von vor der Substi übrig. Da stellt sich dann die Frage was damit geschehen soll. Zum Wegwerfen oder zum in der Apotheke abzugeben ist dieser Schatz zu wertvoll. Spritzen hat mich immer schon gereizt. Jeder sagt, dass i.v. (intravenös) einfach noch einmal eine ganz andere Welt wäre. Eine tiefere Euphorie, welche man mit abschlucken oder sniefen so nicht erreichen kann. Also, umgehört, angesprochen, versprochen. Bald mehr dazu hier!

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29.03.2018

Nicht alle, aber viele Druffis frickeln immer an der Dosis herum. Mal hungert man sich ein paar mg runter, dann geht es wieder hoch, dann wieder Entgiftung, wieder runter, wieder hoch. Wieso ist das so? Die Leute haben wie ich auch 10, 20,... Jahre Opiat-Sucht auf dem Buckel. Irgendwann muss doch mal der Groschen fallen, dass man einsieht das man Morphinist ist und das auch so bleiben wird. Die Konsequenz: man lässt sich auf eine Dosis einstellen mit der man soweit klar kommt und lebt mit eben dieser Dosis. Klar mehr kann es immer sein. Aber man kennt ja das Spiel. Wenn man höher geht ist es wieder für ein paar Tage oder Wochen wunderbar. Dann hat sich der Körper an die Dosis gewöhnt, Toleranz stellt sich ein und man braucht wieder mehr um den 24 Stunden Glückszustand halten zu können. So kann man dann in die absurdesten Dosen kommen. Mal ganz davon ab ob die Substiärzte das überhaupt mitmachen würden. Die Strukturen hier sind eben so wie sie sind. Persönlich bin ich auf einer Dosis bei der ich 4-5 Stunden nach Einnahme eine echt schöne Zeit habe. Tolle Euphorie. Gehen wie auf Watte. Innere Kraft. Die restliche Zeit des Tages ist ok. Gegen Abend nimmt die Kraftlosigkeit zu. Morgens bin ich leicht entzügig, und ich fiebere der Substi-Einnahme sehr entgegen. Morgens ist es nicht so krass entzügig wie vor der Substi, aber ja,...man merkt halt einfach dass es jetzt Zeit wird. Das akzeptiere ich eben als Teil der Substitution. Ich weiss ja, dass man den Entzug mit einer Erhöhung der Dosis nur zeitlich begrenzt abschalten kann - Tja so ist das halt.

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